Mit dem Segelboot ins ewige Eis
Unsere Reise mit der
"SY Sarah"
Crew: Ralph, Anja, Wolf, Margret, Greg, Ottfried, Atze und Skipper Henk,
Gäste sind Steven und Debbie Taylor
Die Reise beginnt….
Samstag, 04.03.2006 09:35 h
Muttern war ganz nervös, als Sie mich abholte, wobei ich noch bei den Vermietern saß und Kaffee trank. Dicke 20 bis 25 cm Schneeschicht hüllte alles schön ein. Noch kurz bei der Post vorbei und flux ging’s zum Bahnhof. Mutter wurde immer nervöser, gab mir noch Abführ… mit. …ihr wäre es wohl am liebsten gewesen, wenn ich dageblieben wäre. Nachdem ich ihr dann noch erklärte, dass wir eine Badewanne und spezielle „Antifrostanzüge“ dabei haben werden + dass das Boot kein Holzschiff, sondern aus Stahl sei, war sie etwas beruhigter. Angeblich hätte ihr das niemand gesagt – na wenn sie auch nicht fragt…
Fahrt über Stuttgart nach FRA ohne nennenswerte Zwischenereignisse. Flug FRA-Madrid ebenfalls. In Madrid hatte ich ein wenig Aufenthalt. Beim erneuten einchecken – den Spanairschalter habe ich umsonst gesucht – wurde der ganze „Lufthansatrakt“ wegen Bombendrohung für 20 Minuten gesperrt. Dann ging’s weiter in die Aerolineas Argentinasmaschine AR 1135 noch Buenos Aires.
Ushuaia 03.03.2006
Es geht los, Anker auf 14.30 h.
Crew: Ralph, Anja, Wolf, Margret, Greg, Ottfried, Atze und Skipper Henk, Schiff „Sarah“. Gäste sind Steven und Debbie Taylor.
Vorspann:
Die Reise mit dem Flieger war schon bevor die See-Reise beginnt, Abenteuer genug.
Ralph und Atze sind am Samstag, morgens um 07:50 h mit dem Auto von Heiligenhafen losgefahren. Konstanze hat uns mit Ihrem Wagen, einem „Mini-one“ nach Hamburg gebracht. Die Fahrt nach Hamburg war wechselhaft, Schnee und Sonne lösten sich ab. Konstanze war sehr aufgeregt (Wetter). Dadurch sind wir frühzeitig in HH-Flughafen.
Die Schlange beim Einchecken war sehr lang, trotzdem blieb Zeit für ein Frühstück. Der Schalter war zunächst nicht in der Lage, uns zu vermitteln, ob wir über Madrid fliegen. Unser Gepäck sollten wir in Buenos Aires erneut einchecken.
Dann begann der Hürdenlauf von Flughafen zu Flughafen, insgesamt sind wir viermal zwischengelandet, und einmal legte der Flieger einen Zwischenstopp kurz vor Ushuaia ein (El Calafatte). Die Flugreise ging über Hamburg, Paris, Madrid, Buenos Aires nach Ushuaia. In Madrid stieg Anja zu.
Ein Lob dem, der die richtige Funktions-Kleidung für Touristen entwickelt, die stressgeplagt über Flughafengänge hächeln, dabei ihr Gepäck mitführen und (dabei) immer noch alle Papiere bereithalten müssen.
Buenos
Aires
Anstatt in der Schlange anzustehen, ging Ralph erst mal ein Pfeifchen rauchen, während Atze und ich in der nicht endend-wollenden „Zoll-Schlange“ standen. Atze muss wohl im Flugzeug die Immigrationspapiere verschlafen haben – deshalb noch in einer Hetze zwischen Vordrängeln, linkem Fuß die Ledertasche vorschubsend, noch schnell das Formular ausfüllen… Was muss ich da hinschreiben… Ja und da… Wie…? Ach so… und was heißt das… Oh je
Der Flughafen wurde um ein neues Gebäude in den letzten acht Jahren erweitert. Architektur ähnlich wie der von Stuttgart. Hübsch.
Ushuaia
In Ushuaia eingetroffen, trafen wir unbekannterweise
(Flughafen) Ottfried, der uns ansprach, ob wir Segler seien, die auf der „Sarah“
mit zum Kap segeln wollten? Sein Gepäck war einen Tag verspätet eingetroffen.
Anja, Ralph und Atze checkten im Hotel „Costa Serena“ ein. Gemütliches Appartement mit „Gelsenkirchener Barock“ und Schnick-Schnack, z. B. Klo-Deckel mit Blümchen usw…
Abends treffen wir uns mit Ottfried und besuchen die Stadt. Was für tolle frische Luft + Wind! Nach dem ewigen Sitzen tut Laufen gut. Tolle Farben – Blau! Das Wasser ist so schön. Sehr schöner Abend… verglichen zu vor 7 Jahren.
Sehr viel Touristen-Flair. Boutiquen und Läden,
die so auch in Travemünde stehen könnten, z. B. Souvenir-Geschäfte, in denen
Pinguine aus allen Materialien und Formen, von Plüsch bis Plastik, zu kaufen
sind. Vorsicht beim Bezahlen, da Peso-Zeichen ($) und Dollar-Zeichen ($) fast
identisch sind. Ushuaia zeichnet sich durch unterschiedliche Baumaterialien
und Architektur aus.
Wir verabschieden uns von Ottfried, der H-P gechartert hat und bei seinen Wirten zu Abend-Essen möchte.
Ralph, Anja und Atze landeten im „La Rueda“ und mussten uns gedulden, weil das Essen noch nicht freigegeben war. Also bemühten wir uns um einen Supermarkt, der aber geschlossen war. Ralph ging es um die Wurst.
Einkehr zum „Vortrunk“ in oben genanntem Lokal, echt argentinischem „Assado Grill“. Der charmante Ober (El Patron) gab das Buffet frei. Die Vorspeise hätten wir uns nicht besser vorstellen könnten, von Fisch über Salate, Wurst und Käse. In einem abgetrennten verglasten Viereck waren vier halbe Seiten Lamm, ähnlich einem Biwak, um einen Holzkohlen-Feuer aufgestellt.
Bald gesättigt, die Reste mit Wein gespült - Anja bereits im Bett + die „Jungs“ noch 1-2 Flaschen des Vino Blanco Julia – nicht Don Juans-trinkend – erhoben wir uns fröhlich zur Einkehr im Irish-Pub.
Zwischenspiel:
Nachdem Anja sich schon in die Koje verholt hat, konnten wir in Ruhe Kontakt mit der Bevölkerung aufnehmen. Am Nachbartisch platzierte sich ein junges Ehepaar mit Ihren hübschen jungen Töchtern (3 und 4 Jahre alt). Zwei Herzen aus Pfeifen-Reinigern verzauberten die Kleinen. Wir machten ein Polaroid-Photo von Ihnen und konnten so zwei glückliche Kinder verlassen.
Ermattet versanken wir in unsere viel zu weichen Kojen.
Früh am Morgen ein spitzer Schrei: „Blut, Einbrecher“! Nein, Anja steht nur in einer Pfütze. Ein Rohrbruch hatte unsere Wohnung unter Wasser gesetzt. Ralph spielt Hektik. Anja genießt.
Anmerkung Anja: Was denn? Im Gegenteil, das war voll ekelig!!! Nasse Latschen + ein dreckig/siffiger + nasser Teppich vor meinem Bett!!!
Atze klagt über seinen Rücken.
Nach einem schnellen Frühstück suchen wir den Supermarkt auf (08:45 h). Wie am Vortag geschlossen.
Auf ging’s in den Knast.
Auf dem Weg dorthin beobachten wir Schweißer auf einem Gerüst. In der BRD wäre die Bauaufsicht ohne großes „Getue“ unaufgefordert sofort eingeschritten und hätte sämtliche Arbeiten gestoppt.

Im Knast öffneten sich uns die Türen. In dem
ehemaligen Gefängnis befindet sich eine Ausstellung von der patagonischen
Seefahrt und der ursprünglichen Funktion der Sicherheitsüberwachung von „schweren
Jungens“ aus Südamerika. Beeindruckend in der Strafbemessung war die Unterscheidung
der Mordmotive. Geschah die Meucheltat aus Gründen der Ehre oder Leidenschaft,
war es nicht so schlimm, als wenn reines Gewinnstreben oder perverse Veranlagung
dazu führten.
Nachdem wir das Gefängnis verlassen hatten, ging es Ralph erfolgreich um die Wurst. Ein letzter Kaffee im Sirena packten wir die „Sachen“, checkten für $ 60 aus und fuhren mit dem Taxi zum „Club Nautico“. Hier sollten wir von Henk, unserem Skipper, gegen 12:00 h (LT) abgeholt werden.
Vor Ort treffen wir auf Greg und Ottfried. Mit dem Schlauchboot werden wir von Henk auf die „Sarah“ gebracht. Hier werden wir von Jaqueline und Marie-Sol empfangen. Letztere hat mit ihren 19 Monaten Kap Horn schon zweimal gerundet.
Wieder einmal galt es, Formulare auszufüllen.
Wir bezogen unsere Kojen und gegen 14:30 h wurde die Maschine angeblasen,
Kurs „Puerto Williams“.
Mit an Bord drei Gäste, Steven, Debbie und
Taylor. Sie sind nicht nach Ushuaia mit Ihrem Schiff gelaufen, weil sie einen
Lotsen hätten nehmen müssen, was sehr teuer gewesen wäre, deshalb nimmt Henk
sie mit, samt Proviant nach „Puerto Williams“.
Bei sonnigem Wetter genießen wir das Panorama des Beagle Canals.
Anmerkung Anja: Oh wie schön, endlich wieder Segeln, welch ein Freiheitsgefühl!

Spät am Nachmittag wird auch noch die Genua
ausgerollt. Eine französiche Fregatte kam von achtern auf. Wir passieren eine
Robbeninsel.
Nach circa 5 Stunden erreichten wir „Puerto
Williams“ und machten neben Steven´s Schiff fest, ein südafrikanischer Aluminiumbau
(2003) von 24 m Länge und einem australischen Heimathafen.
Der Jachthafen liegt in einer malerischen Bucht, im Hintergrund ein steiles Bergmassiv mit Zick-Zack-Spitzen, einer kleinen Bay und verlassener Wachpostenbaracke.
Der Lunch war vorbei.
Anja, Ottfried und Ralph brachen zu einem kurzen Abendspaziergang auf.
Abendspaziergang:
Auf dem Abendspaziergang hatten wir auch gleich die Bekanntschaft einer streunenden Hündin gemacht, die uns auf Schritt + Tritt bis zum Boot folgte. Am nächsten Tag hatten sich noch 2 junge Mischlinge dazugestellt + die Duschen rochen entsetzlich nach „nassen Hunden“…
Nach deren Rückkehr dachten die meisten, es ginge in die Koje. Aber Henk wollte in die Schiffkneipe, ein auf Grund gelaufener Rhein-Kutter, der vor vielen Jahren auf eigenem Kiel seinen Weg nach Puerto Williams gefunden hatte und nun zur Kneipe umfunktioniert wurde. Im Winter steht sie allerdings unter Wasser.
Dort treffen wir auf den Skipper der „Santa Maria“, die in gleicher Funktion wie die „Sarah“ fährt. Waldemar, ein Crew-Mitglied, schnackt uns mit seiner Lebensgeschichte bei Cola-Rum voll, während unser Skipper „Piscosour“ vorgibt.
Die Wände des Lokals sind mit Flaggen aus aller Herren-Länder geschmückt. Wir bekommen vom Pisco klebrige Finger, wollen mit Wein nachschütten. Das war ein Fehler, es kommt uns teuer zu stehen. Atze sollte für eine Runde 34 US$ bezahlen. Henk versuchte zu verhandeln und reduzierte nach einer Stunde Verhandlung auf US$ 30.
Puerto Williams 07.03.2006

07:00 h toller Sonnenaufgang!
08:00 h (LT) Frühstück. Bis 11:00 h war Zeit, sich Ort und Gegend anzuschauen.
Stadtrundgang:
Vom Boot zur Marinestatue, dann Richtung Stadt. Bemerkenswert war die weiße, fast gar monotone „Schachtelarchitektur“ in „Puerto Williams“.
Ein echter Gaucho, der in den verschiedensten Gärten seine Kühe zusammentrieb und wieder viele streunende Hunde säumten das Straßenbild.
Ralph, Ottfried + Anja schlenderten durch´s Städtchen und sahen noch im Gänsemarsch – in rosa + braunen Kittelschürzen – singende Kindergartenkinder. Daneben dann ein Panzer, den wir voll Interesse inspizierten und der Bug der „Jelchoe“.

Bei sonnigem Wetter auf Törn präsentiert uns
Henk eine Pinguin-Insel. Weiter geht es durch die patagonische Inselwelt.
Stunde um Stunde zieht sich der Törn hin. Zum Motor wurde zusätzlich das Großsegel
gesetzt, es war die längste freie Seestrecke. Die See ließ das Schiff rollen.
Atze und Ralph spannten die Lee-Segel und gingen in die Koje. Damit verpassten
sie die Delphin-Show, an der sich die Anderen erfreuen konnten.
Gegen 23:00 h lagen wir in einer geschützten Bucht vor Anker. Nach einem Mitternachtsmal wurde die Tagesration Rotwein vertilgt, um das Kreuz des Südens besser zu finden.
Surgo Seagall 08.03.2006
Wie gehabt 08:00 h Frühstück mit Spiegeleiern am Fließband.

10:00 h Anker auf, Segel setzen, Kurs Kap Horn. Zunächst kaum Wind, dann halber Wind mit richtig Speed (8,2 kn.) unserem Ziel entgegen. Wind und Seegang nahmen leicht zu. 6 Bf und circa 2 m Welle.
Der Weg durch die vorgelagerte Inselwelt zum Kap war relativ eng.



Bedingt durch die Abdeckung ließ der Wind
zeitweilig sehr nach, um dann auf freier See wieder sehr aufzuleben. Hinter
uns drohte eine schwarze Wand - ein Tief verfolgte uns.
Der rot-weiße Leuchtturm von Kap Horn tauchte auf 55° 53,5`S und 67° 15,5`W in einer halben Seemeile Bb. auf.
Um 14:30 h rundeten wir das Kap vom Pacific
in den Atlantik. Dort, wo tausende von Seeleuten ihr Schicksal erlebten, segelten
wir in einer sportlichen Blauwasser-Brise um die Ecke.

Gegen 16:00 h fiel der Anker in einer kleinen Bucht nahe der Treppe hinauf zum Leuchtturm. Zuvor hatte der Skipper mit der Winschkurbel zwei Sektflaschen geöffnet.
Mit dem Dinghi schipperte der Skipper uns zur Treppe, die wir dann mühevoll mit leichtem Gepäck erklommen.
Oben angekommen, empfing uns ein chilenischer
Marine-Soldat. Anja nahm guten sprachlichen Kontakt auf, übergab unsere Pässe
und Postkarten zum Stempeln und zum Geschenk eine Flasche Rum. Der Soldat
empfahl uns, zunächst das Denkmal des „Kap Horniers“, ein in Eisen geprägter
Albatrös, zu besichtigen.
Anschließend bewegten wir uns zur Station,
in welcher uns besagter Soldat mit unseren Dokumenten und abgestempelten Postkarten
empfing. Er führte uns zur Kapelle, die Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut
wurde, sie machte einen bescheidenen Eindruck.
Überall lagen Baumaterialen herum, circa 20 Handwerker und einige Soldaten waren damit beschäftigt, den historischen Felsen touristisch neu zu formen.
Auf dem Weg zur Treppe übergibt Atze die Vereinsflagge
des MSH – Museumsschiff Heiligenhafen (der Olifant) - feierlich an Chile.
Während das Schlauchboot uns zur „Sarah“ zurückbrachte, stand oben auf dem Felsen der Soldat, beständig winkend die Flagge vor der Brust.
Wieder auf See, zeigte das Wetter ein anderes Gesicht, Regen und Hagelschauer lösten einander ab.
Wir ankerten nach circa 1 Stunde Fahrt in einer kleinen Bucht und genossen Steak, Zwiebeln und Kartoffel-Mus (Anja:“habt ihr Muskat-Nuss?“, auch dies war reichlich vorhanden).
Während sich die Anderen gegen 22:00 h in die Koje verholten, diskutierten Ottfried, Greg und der Skipper bis drei Uhr morgens.
09.03.2006
Der Tag begann um 06:30 h.
Ralph taperte schlaftrunken in den Salon,
was vor 08:00 h verboten war, um sich ein warmes Getränk zu holen. Wie von
der Tarantel gestochen, sprang Käpt´n Brass auf (Koje zwischen Navigation
und Salon, Zwischengang) und schleuderte Ralph ein freundliches „raus hier“
entgegen.
Während Ralph verdattert an Deck sass, entwickelte
Henk einen verbissenen Aktivismus - Motor an, Segel hoch, Anker auf - alles
im wortlosen Alleingang.
Ralph zog es vor, den Rest des Tages in der Koje zu verbringen.
Nach langem Schlag zwischen Meeresengen und Kelp-Feldern fiel der Anker in einer kleinen malerischen Bucht.
Während
Ralph, Atze, Greg auf dem Schiff blieben, fuhren die Restlichen mit dem Dinghi
auf die kleine Insel. Erforschungstour a la Robinson Crusoe, allerdings gab´s
nur leere Colaflaschen, altes Tauwerk, Blechbüchsen und eine leere Plastikkanne.
Dazwischen fanden wir Seeigel in 
verschiedenen Größen, Muscheln und sogar „Rauschemuscheln“.
Im Inselinneren sah es schon ein bisschen „Urwaldlike“ aus. Ein paar Singvögel
hüpften munter von Ast zu Ast und pfiffen munter vor sich her.
Dort lagen zwei Fischerboote, der Königs-Krabben-Handel begann. Gegen mehrere Flaschen Alkohol, Zigaretten und Gemüse landete ein großer Haufen Königs-Krabben auf dem Achter-Deck.

Greg metzelte, Anja kreischte, die Krabben
verloren ihre Beine. So wurde das Abendessen vorbereitet (zurecht gehackt).
Alle genossen das üppige Krabbenmahl, während Ralph – dem Skipper sei dank
– drei ordentliche Steaks in sich hinein genießen durfte. Kostbare Weißweine
(rar) wurden dazu serviert.
Die Mägen voll, dröhnte kurz danach (circa
22:30 h) der Motor. Ein Tief machte dem Skipper Beine. Trotz Angebote, schickte
er Alle in die Koje und fuhr das Schiff vom Kartentisch aus.
Caleta Olla 10.03.2006
Unter Motor fraßen wir Meile um Meile (kein Wind), ließen Ushuaia an Steuerbord zurück und tourten im Beagle-Kanal gegen Westen.
Morgens Frühstück mit frischem Brot.
Es wurde warm und sonnig.
Beide Seiten Gebirgszüge, schneebedeckte Gipfel und Gletscher reihten sich aneinander.
Wir liefen in eine kleine liebliche Bucht ein, ankerten und genossen den Rest der Königs-Krabben.
Zunächst waren wir die zweite Yacht in der Bucht, danach kamen noch zwei weitere Yachten und ein Fischerboot hinzu.
Die Crew ging mit „Jodine“ auf Landgang, Ralph und Atze hatten ihre Ruhe, um Tagebuch schreiben zu können.
„Kleiner
Walk“, circa
3 Stunden, super schweißreibend
Auf ging´s zu einem „kleinen Walk“ wie Henk meinte. Am Strand entlang, ging es bis zu einer kaum merklichen Schneise zwischen dichtem Busch- und Baumwerk.
Wir hätten eigentlich die Machete benötigt
– die war aber bei den Beiden auf dem Boot zurückgeblieben. Hindurch durch
eine windschiefe Wand von Bäumen, hindurch durch dschungelartigen Urwald,
den Hang hinauf, bis wir auf die erste sumpfig-bemooste Wiese mit wunderbarem
Blich auf die Bucht kamen.
Weiter ging´s im Stechschritt, an längst abgestorbenen morschen Bäumen vorbei, den Blick zumeist auf den Boden gerichtet. Bei jedem Schritt machte es – schlurpf - schlurpf, grünes Schleifgras und ab + zu ein bisschen Fels. Und dann ging´s bergauf! Henk vornedraus.
Margret und Wolf wie Berggemsen hinterher + in einigem Abstand, Ottfried, Greg und Anja – schlurpf – schlurpf. Der Stiefel blieb fast stecken und weiter preschten die vorderen 4.
Der Abstand zu Greg + …???……zu mir wurde größer, mir wurde immer wärmer. Warum habe ich auch nur noch meine dicke Turnhose, Skiunterwäsche, T-Shirt, Pulli, Halbarmjäckle + Jacke mitgenommen?? – Aber der Blick über die Bucht wird immer besser… Uff.

In einigen Metern Abstand zogen die vorderen 3 die Jacken + Pullis aus, legten oder hängten sie auf Büsche. Als ich letztendlich nachkam, war Ottfried wahrlich bedacht, ob er denn seine Jacke dort lassen könne, ohne dass sie geklaut würde. Von wem denn?
Immer weiter + schneller ging es die Anhöhe hinauf. Ein Weg war nicht zu sehen. Stolpern, schnaufen. Greg sitzt da und gibt auf. Bleibt sitzen + genießt die „View“ über die Bucht und die Berge, die den „Fjord säumen“ (Links Puento Italiano – Anjas Skizze).
Moorig wird’s nun immer mehr. Ich laufe mein eigenes Tempo, die anderen 4 sind weiter vorne draus. Langsam aber sicher erklimme ich schweißgebadet (das 1 x seit unserer Abfahrt) den ersten „Berggipfel“. Wieder tolle Aussicht auf Moore, dem Gletscherfluss, der sich serpentinenartig schlängelt, spektakuläres Sonnenlicht zwischen Regenwolken/Abendhimmel, grüne kiefernartige Bäume und die „4 Böotchen“ in der Bucht.
Weiter übers Hochmoor, bis ich endlich den
zweiten Berghügel erreiche, mit Blick auf den Gletscher + Gletschersee.
Es hat sich gelohnt, allerdings waren die 250 Höhenmeter (vielleicht auch mehr?) super schweißtreibend. Nach kurzem Photostopp ging´s weiter abwärts. Auf einmal war Henk im Hochmoor verschwunden + als ich/wir ihn das nächste Mal sahen, war er bis zur Brust eingesunken. Der Abstieg ging schnell, wieder durch den stacheligen Urwald + bald sahen wir Greg im Dinghi sitzen – mit Mütze + Handschuhen.
Zurück ging´s zum Schiff!
54° 42,8` S – 69° 42`W Gletscher Pia 11.03.2006

Auf dem Weg zum Gletscher Pia passieren wir
sowohl an Steuerbord als auch an Backbord die ersten Gletscher.
Wir können einen Condor über unserem Schiff beobachten.
Anja hat während der Reise gut geschlafen
und wurde durch das Krachen des Gletschereises gegen das Schiff aufgeweckt.
Ralph und Atze bekamen die Untiefen-Kette, wie auch das Sonnenbaden der Seelöwen
auf dem Felsen nicht mit, da sie Kojenwache schoben.
Bis auf 15 Meter fahren wir an den Gletscher heran, verholten uns aus Sicherheitsgründen ein bisschen nach achtern.


Eigentlich war es eine Bucht (Pia) mit 3 Gletschern.
Links die „poröse Gletscherwand“, wo es nur so krachte und knackte. Eine tolle
„Eisturmformation“ in wunderschönem türkis – brach später auseinander und
donnerte unter Getöse in die Tiefe. Vor uns bei der Einfahrt (2) ein
„Schneekegel“ in der Felswand. Der darunter liegende Gletscher war komplett
grau vom „Geröllstaub“ und fast nicht als Gletscher erkennbar. Rechts (3)
wiederum ein Gletscher bis raus aus Wasser, welcher aber an „Spektakularität“
aufgrund der 200-250 m breiten Gletscherwand (1) etwas verlor.
Ein Abbruch erzeugte eine Welle, die unser Whisky-Gläser durcheinander brachten, wobei (neu) eines zu Bruch ging. (Whisky on the Gletscher Rocks).


Mangelnder Wasservorrat zwang uns auf dem Weg zu unserem Ankerplatz zur Aktion. Der Skipper drückte Ralph und Atze einen langen Schlauch in die Hand, an dessen einem Ende eine abgeschnittene Plastikfalsche aufgebracht war. Gelassen zeigte Henk aufs Ufer (und) auf einen kleinen Wasserfall und meinte, „möglichst hoch“. Mit Zodiac ans Ufer, führte Atze den Schlauch und Ralph krabbelt nach oben.
Zunächst hielten wir die Öffnung direkt ins Wasserloch, bis Anja die Info vom Schiff kam, die Aktion dauert circa 3 Stunden. Daraufhin verwirklichten wir eine feste Verankerung des Trichters. Ein Professor der experimentellen Hochenergie-Physik (Wolf) berechnete die Fülldauer.
Nachdem der Tank in circa 1 ½ Stunden voll war, machten wir uns auf dem Weg zu unserem Ankerplatz in circa 200 Meter zu einem Gletscher.
Abends gab es Lammschmaus.
12.03.2006

Morgens machten wir uns auf, die Nord-West-Passage weiter westwärts zu befahren. Durch den Kanal Barros Merino nach Süden kreuzten wir die Süd-West-Passage.
Gegen mittags hielt uns das Packeis vor einem Gletscher gewaltigen Ausmaßes fest.
Henk kannte diesen Gletscher selbst noch nicht. So war die Frage, wie wir diesen Gletscher und Bucht „benamsen“ sollten. Fast gleichzeitig - ein Chor - riefen Wolf, Margret und Anja „Marie-Sol“. Henk nicht ganz unstolzer Kommentar: „Ihr wollt euch ja nur bei mir einschmeicheln“. Na, mein Zweitname ist dafür dann „Karolin“ – So ist Bettina´s Babygirl auch hier unten gedanklich „verewigt“.
Es gab, wie gehabt, „Whisky on the Gletscher Rocks“.


Ralph und Ottfried stiegen in den Mast, um
Aufnahmen von Gletscher und Schiff zu machen.
Anschließend fuhren wir zum Ankerplatz in unmittelbarer Nähe eines anderen
Gletschers.
Abends gab es Nudeln, Fleisch usw..
13.03.2006

Morgens gegen 08:00 h gab es Frühstück, Eier mit Speck satt.
Unter der Regie von drei Bergführern machte Ralph sich mit seinen Überseestiefeln auf den Berg. Atze bleibt mit Henk und Greg an Bord, die Pumpe wird repariert.
Während alle fröhlich vor sich hinschritten,
verlor Ralph des Öfteren den aufrechten Gang und bewegte sich auf allen Vieren
fort. Die Sohlen quatschten in dem nassen Moos. Die Hände streckten sich nach
Gras, Moos und Ästen aus. An Vorschlägen, welcher Weg denn jetzt zu nehmen
sei, mangelte es nicht.
Ein toller Panorama-Blick über die Inselwelt, Eisschollen in unserem Fjord, belohnte alle Mühe.

Nach der Rückkehr, gehen wir Kurs SSW in den Fjord Estero-Webb.
Dort ankerten wir in einer kleinen Bucht mit einer Leine dwars sowie einer Achterleine und Anker. Position 55° 16,`2 S – 69° 42,4`W.

Zum Essen gab es Steak mit Knoblauch sowie Käse-Steaks.
14.03.2006
Morgens Pfannkuchen.
Schiff klar ging´s los. Ralph, Ottfried und Wolf in der Wickelstube.
Wir fahren in einem weiteren Seitenarm ein. Delphine begleiten uns munter rechts und links vom Schiff.


Position 55° 14,7`S und 69° 39,2`W
Auf dem Weg zum Gletscher spielte das Echolot verrückt. Erklärung Henk: „Im Süsswasser spielt das Echolot manchmal verrückt“.
Plötzlich ein Krachen, Echolot zeigt 2,2 Meter, wir liefen auf einen Felsen mit 3,5 Knoten.
Wir fuhren mit „Sarah“ in einen nebenarm und ankerten in der Nähe eines Wasserfalls.
Position 55° 15`S und 69° 39`W
Mit dem Schlauchboot fuhr die Crew zum Gletscher, Greg und Atze blieben an Bord.
„Ausflug
zu den farbigbemoosten Felsen“, (circa 1 ½ h)


Am Ende der Bucht ein unscheinbares Flüsschen,
in dem schon einige Eisblöcke schwammen. Das umliegende Fels-Szenario wird
immer dramatischer. Dunkle, bis zu weilen vom Gletscher (bzw. ehemaligem Gletscher)
komplett kahl „geschorene“, fast sterile, basaltartige runde Felsformationen
links von uns. Rechts über und über bemooste runde „wie Handschmeichler bewachsene“
Felsen. Leuchtende Farben in ocker, bordeaux, rot, grauer Fels, weiß-türkisfarbener
Gletscher und ein gräulich-blaugrüner Gletscherausfluss. Der Gletscher „arbeitet“.
Knacken, Krachen, abplatzendes Eis über/an der Gletscherflusshöhle mit Getöse
lassen mich ganz klein vorkommen. Drei runde „Whirlpools“ faszinieren in dieser
rauen Landschaft. Innerhalb kürzester Zeit sind 25 Bilder geknipst. Ich kann
mich gar nicht satt sehen an dieser Farbenpracht!
Der Aufstieg zum Gletscher verlief sehr rutschig. Das Moos war in allen möglichen Farben sehr glitschig.
Übernachtet haben wir anschließend auf Position
55° 12,5`S und 69° 33,5´W.
15.03.2006
Heute erreichten wir den tiefsten Punkt von Estero-Webb. Positon 55° 13`S und 69° 31`W.
Anschließend fuhren wir zurück. Unterwegs sahen wir zwei Condore.
Es kam Wind auf, circa 45 Knoten.
Im Windschatten einer kleinen Bucht ankern wir. Henk repariert die Maschine.
Anschließend fuhren wir in eine kleine Bucht und bringen 3 Leinen unter einer sehr hohen Wand aus.
Position 55° 12,5`S und 69° 55`W.
16.03.2006
Geburtstag von Margret (67 Jahre).
Bei strömenden Regen geht es los. Als wir die Cook-Bay erreichen, setzen wir Segel, es geht nordwärts in Richtung Beagle-Kanal.
Kein Wind, starten Motor bei gesetztem Großsegel.
Anschließend ankern wir in einer Bucht – Position 55° 6`S und 69° 49,5`W.
Ralph fotografiert (filmt) „Sarah“ unter Segeln.
Ottfried, Ralph und Atze setzen die Crew auf der Insel ab, während mit dem Zodiac eine Bucht-Rundfahrt veranstaltet wird.

Wanderung/Ausflug
zum Bibersee (circa 3 Stunden)
– Schwierigkeitsgrad „Mittel“
Greg – „wake-up“ – wir gehen an Land. Diesmal wieder einen recht steilen Hang hinauf. Durch eine Art Urwald ohne Unterholz - schlagen wir uns durch. Riesenflechten, kleine Farne, Büsche mit kirschartigen Früchten, Moosknubbel an den Zweigen, stark bemooste pflaumige Baumstämme im Zwielicht und ein munter vor sich hineinsprudelnder Bach, waren erste Eindrücke. Über sumpfige Wiesenanhänge ging`s über die Endmoräne weiter bis zum „Hochmoor“. Braun-schwarze Tümpel, abgestorbene, fast silberne Bäume, im türkis-stahl-blauem Wasser, waren das Werk der Biber. Frische Holzspäne, tolle „Artwerk (2 kegelförmige „tropfenartige Schnitzarbeiten“ zeichnen den tollen Nager aus). Eine tolle Ruhe und verwunschene Atmosphäre herrschte am Bibersee, der direkt unter der steil aufragenden Felswand lag, über die 4-5 Wasserfälle fielen. Durch den Gletscherbach hindurch, weiter über zum Teil rutschige Felsformationen, weiter nach oben. Zwischendurch atemberaubender Blick auf Flussdelta und wieder 2 Gletscher.
Auf einmal hing ich am Fels. Konnte weder vorwärts noch rückwärts in meinen Gummistiefeln.
„Greg help me“ – I can´t it´s
too slippery”. CRAWl, CRAWL…
also los, wo finden die Hände halt?... Uff, geschafft. Weiter nach oben schöner
Blick über die Bucht. Wir sind zufrieden!
Abwärts geht’s – Vogelgezwitscher-Konzert – erfreut Wolf, Margret + mich, bevor es vollends zum „Bootsanlegesteg“ geht.
Bier trinkend erwarteten wir auf „Sarah“ die übrigen Crew-Mitglieder.
Zurück an Bord gab es Sekt zum Geburtstag. Wolf lernte die Sektflasche mit der Winschkurbel zu öffnen.
Zum Essen gab es Lamm, Mousse au chocolate.

Zur Herstellung dramatischer Fotos wurden Ottfried und Wolf aufs Ruder gestellt, mit grimmigem Blick nach Norden, während ihnen der Skipper mehrere Pfützen Wasser aufs Haupt schleuderte.
Weil das Lamm so stank, entschied das Geburtstagskind, dass Ralph im Salon rauchen dürfte. Zwischen dem alten Lamm gab es auch Steaks.
17.03.2006
Das Frühstück zog sich in die Länge. Die ersten
kamen um 08:00 h, die letzten gegen 11:00 h.
Anker auf zum Wasser bunkern in selbiger Bucht. Es regnet.
Bis auf Greg und Henk schwärmen wir aus zum
Gletscher, selbst Atze geht mit. Wolf hat eine Route vorgeschlagen, die allerdings
nur Ralph in Anspruch nimmt. Anja, Margret, Wolf und Atze kommen geschafft
zum Gletscher und machen Fotos ohne Ende. Nur Ralph kann mangels „Saft“ nicht
filmen (circa 1,5 Stunden, Schwierigkeitsgrad: Easy).
Einmal haben Alle den Gletscher „begrapscht“. Das Grummeln der Gletscher bereitet Bedenken.
Zurück an Bord gibt es eine gelungene Kürbissuppe, dazu Kuchen mit „Mousse au chocolate“ von gestern.
Danach wird Schlauch und Heckbefestigung gelöst, Anker auf und los geht es bei Regen unter Motor.
Unter Segel vor dem Wind entdeckt Henk eine rote Boje. Der erste Aufschießer misslingt. Henk wirft die Maschine an. Anja soll mit dem Bootshaken die Beute schnappen.


An der Boje hängt eine sehr lange Grundleine mit über hundert Haken. Der Fang ist bescheiden, lediglich vier Fische und ein kleiner Hai.
Die (in der Nähe) Albatrosse landen in der
Nähe und warten auf Abfall.
Nach einer Stunde kappt Henk die Leine. Wir nehmen die Netzräuberei mit gemischten Gefühlen auf.
Der Speiseplan für die nächste Zeit steht fest, Ralph freut sich.
18.03.2006
Nach dem Frühstück Anker auf.
Robben folgen, wir sichten einen Fischer mit
vielen roten Bojen, sucht er etwas?

Greg bereitet das Fischessen vor und sucht die Schapps nach Zutaten durch.
Wir ankern in einer Bucht nahe einer Estantia.
Mit dem Dinghi verholen wir uns, bis auf Henk und Greg, zu dem dort lebenden Gaucho. Anja möchte reiten.
Zwei Fischer sind für drei Tage dort zu Besuch, sie bewirten uns mit Mate-Tee.
Nach circa 1 Stunde wandern wir zur Pferdekoppel, von dort werden die Tiere nicht ohne Probleme zum Ufer getrieben.
Ein belgisches Ehepaar kommt ebenfalls mit ihrem Segelboot in die Bucht und geht vor Anker. Sie besuchen zunächst Henk, den sie kennen und kommen mit dem Dinghi anschließend zum Ufer.
Der Mann, dem Gaucho nicht unbekannt, will ebenfalls reiten. Es dauert wieder eine Stunde, bis auch für ihn ein Pferd gesattelt ist.
Wir ziehen uns zum Schiff zurück.
Gegen 22:00 h kommt Anja erst wieder mit dem belgischen Ehepaar zurück.
Die Nacht wird durch die erlebten Ereignisse kurz.
Anjas Bericht von Ausritt:
Tagebucheintrag: Reiten auf der Estancia bei Cta. Ferrari:
Zurück durch den Kanal Este?? ging’s unter Motor. Habe versucht nochmals ein Nickerchen zu halten, aber das Motorengetöse war einfach zu laut. Gerädert, wird wohl frische Luft gut tun. Ich mache Steuermannablösung für Wolf und Ottfried. Hinein ging’s in einen Seitenkanal, rechts lauter kahlgeschlagene Berghänge, an denen die Bäume gleich Steichhölzern wild durcheinander liegen. Gemäss Henk wird hier ein Wiederauffortstungsprogramm zusammen mit der Uni durchgeführt. – Naja, nach Wiederaufforstung sieht mir das nicht gerade aus eher wie wenn hier „Lothar“ am Werk war!
Eine Robbe kommt wie ein Delphin angeschwommen, mit hohen „Springbögen“. Atze und ich geniessen den Anblick. Die Robbe schwimmt in unserem Kielwasser und nimmt die Heckwelle zum „Spring-anlass“. Ralph versucht sie mit der Videokamera einzufangen. Ob das gelingt? So langsam kommt das Ende der Bucht in Sicht auf der linken Seite ca. 8 Hüttchen am Wasser. Ich steuere direkt auf den alten verfallenen Steg zu. Nur noch 3,4 m Wasser unterm Kiel. Bei 2,8 sind wir das letzte Mal aufgesessen. Nun wird’s wieder tiefer und Henk wirft den Anker aus.
Ankunft in Cta. Ferrari.
Ein Schifferboot links von uns, rechts der gespenstig verfallene Steg sowie der Rumpf eines alten Holzschiffs. Gespenstische Stimmung, die Häuschen sehen nicht gerade vertrauenserweckend aus.

15.00h . So, alle raus ins Dingi und fertig machen zum Landgang (Ausser Greg natürlich). Eine Flasche Rum im Rucksack, da ich hier wohl reiten kann. Bin morz gespannt, allerdings auch ziemlich müde. Los geht’s…. es regnet.
Anlegen und dann gehen wir alle am Ufer entlang. Von weitem sehe ich 2 Pferde auf der Koppel stehen. Abgeknabberte grosse Knochen, ein fast eingefallene Scheune, streunende Hunde, alles wirkt ziemlich verlassen und verlottert.
Wieviel Leute hier wohl wohnen frage ich mich. ?? Alle sind ziemlich neugierig ob diesen skurilen Ortes. Aus einer Hütte steigt Rauch auf. Ich rufe mehrmals Hola, Hola… Hunde umringen uns. Nach dem 5. Mal Hola geht auf einmal die Tür auf. Ein grosser stämmiger dunkler Mann mit blauem Fischeranzug taucht auf, kurz danach kommt ein kleines Männchen mit orangenem Fleece (Jose der Gaucho) raus und ein weiterer Fischer (Cesar).
Ich frage ob ich hier reiten könnte. Ja.. sicherlich, wie lange denn? 1-2 Stunden frage ich? Was nur? keine 2-3 Tage, das wäre auch möglich.
Ich lache etwas ungläubig und sage, dass wir noch weiter nach Ushuaia müssten und ich leider nicht so viel Zeit habe…
Wir werden ins Haus gebeten. Mensch hier sieht es echt aus wie in einem anderen Jahrhundert. Ein erster Raum fast leer mit einem Schreibtisch und ein paar Postern und Karten an der Wand, blanke Dielen. Ein zweiter Raum, ebenfalls blanke Dielen mit einem alten weissen Lochherd, einem Tisch mit 4 wackeligen Stühlen. Links ein Waschbecken und ein Regal mit Küchenutensilien. Rechts ein durchgesessenes Sofa und 2 junge Schäferhunde, ein kleines Radio. An der Decke Spuren von Wasser das durchgesickert ist und ein paar Elektrokabel. An der Wand als einzige Zierde ein Kalender 2006 und eine Uhr, die allerdings sicherlich 3,5 Stunden nachgeht und wer weiss welche Zeit anzeigt. . Eine Gaslampe….einfach aus einer anderen Welt, dass es so was noch gibt…
Der Stämmige fragt uns woher wir kommen, was wir machen und was wir wollen. Mit Wolf uns seiner Frau radebrechen wir. Er ist schwierig zu verstehen. Uns wird Mate angeboten,… den wir leider nicht ablehnen können. Auf einmal sind die 2 anderen verschwunden und wir versuchen uns weiter in einer Konversation, die aufgrund des starken chilenischen Akzents sehr schwierig ist. 3 Runden bitteren Matetee in der typischen Kuhklaue mit silbernem Röhrchen stehe ich zusammen mit Wolf und Margrit durch, dann gehen wir zu den anderen raus. Noch anzufügen ist dass wir Ambossstemmen machen. Margrit, Ralph und Ottfried versuchen sich daran. Uff. Fast ein Ding der Unmöglichkeit für uns Seefahrer. Der stämmige Fischer hebt ihn mit Leichtigkeit an. Alle lachen.
Ich frage mich ob die kapiert haben was ich will. Wir sind in der Zwischenzeit nun schon 45 min hier im Haus und ich sehe noch kein Pferd…
Nach einer weiteren ¼ Stunde gehen die 2 Fischer los um mein Pferd zu holen. Ich frage ob ich und die anderen mitkönnen. Ja… es ist aber ein Stück zu laufen. Macht nichts.
Also los geht’s über die Koppel, entlang eines scheinbar alten Weges der mit dicken Holzschwellen ausgelegt war. (War früher mal eine Strasse die von dieser Bucht bis zu einem Sägewerk im Tal geführt hat) Allerdings ist nur noch jede 5. Schwelle vorhanden. Ich versuche mit den Fischern ein Gespräch, erkundige mich was so eine Reitpartie denn kostet… Ach eine Flasche Whiskey wäre ausreichend….Mist ich habe nur Rum dabei.. Grins…Es nieselt leicht.
Nach ca. 1 km bleiben wir stehen. Links in
der Koppel stehen ca. 12 Pferde. Aus: Die Pferde stammen nicht etwa aus der
Zucht der Estancia, es sind Wildprerde die der Gaucho z.T. selbt zugeritten
hat. Kräftige, wohlgenährte Tiere, die vor Energie nur so strotzten. Pfiffe,
Geschrei. Die Fischer versuchen die Pferde einzutreiben, und sie preschen
davon. Wir bleiben stehen. Wiederholtes Zusammentreiben, wilde Pfiffe es dauert
ganz schön lange. Die Pferde büchsen aus. Nach ca. 20 min laufen wir wieder
zurück. Leise, langsam, eine Kette bildend. (Ottfried rennt vorne draus und
hört nichts). OTTFRIED… in einer Kette laufen!! Und Atze hinter her…Da sind
die wilden Pferde. Wir stehen am Koppeleingang und sollen den Pferden den
Weg versperren. Der Gaucho kommt und die Pferde werden in einen Pferch getrieben
mind. 10 Hunde und Hundegebell überall. Wir kommen langsam näher.
Was ich für ein Pferd möchte… ein Gutmütiges
!! Der Gaucho sucht eines aus, reitet es ab und ist nach 15 min. wieder da.
In der Zwischenzeit gehen wir zu einem Holzverschlag. Dort sind Sättel und Trensen aus einer anderen Welt. Wir zäumen 2 Pferde auf. Das eine ist meines, eine süsse Dunkelbraune. Ihr Name ist der der chilenischen Nationalblume- leider habe ich ihn schon wieder vergessen. Der andere (Fuchs) ist sehr schreckhaft, scheut bei jeder Bewegung, tänzelt beim Sattelauflegen, lässt sich nur widerstrebend das Zaumzeug anlegen. Später erfahre ich, dass dieses Pferd heute das erste Mal geritten wird.
Die Sättel sind komplett anders als bei uns. Eine Decke, darauf ein lederner breiter Sattel mit einem Art Holzuntergestell. Oben drauf noch ein Schafsfell und los kann’s gehen. Sieht ein bisschen aus wie beim Westernreiten. Der Rechte Steigbügel (ohne Gummibelag) ist am Lederriemen festgemacht, der linke ist nur an einem breiten Seil..
In der Zwischenzeit vorne am Ufer sind noch 2 Belgier angekommen. Marcel und Annemarie. Sie scheinen den Gaucho gut zu kennen und können sich prima verständigen. Ich nutze es und spreche engl. mit ihnen. Eigentlich wollten sie nicht mit zum Ausritt, sie wollen morgen mit dem Gaucho zur Jagd in die Berge. Allerdings kommen Sie dann doch mit, sowie die beiden Fischer. In der Zwischenzeit ist es 18.00h. Bis wir alle loskommen ist es 18.20h.
Aufsitzen, Ralph filmt. Dann geht’s los. Der Gaucho macht sich einen Spass und reitet immer dicht ans Hinterteil der Pferde auf. Soll uns wohl erschrecken. –tut’s aber nicht. Ich weiss genau, dass er versucht auszuloten wie schreckhaft wir sind und wie wir uns verhalten. Dann geht’s los.
Als José vor mir reitet merke ich, dass er ein armlangen riesigen Säbel und ein unterarmlanges Mehrzweckmesser in ledernen Hüllen hinten am Rücken (an Gürtel festgemacht) trägt.
Erst im Schritt, dann nachher im Trab. Oh
das ist aber lustig zum Aussitzen ganz anders wie im Dressursattel. Vorbei
an der Koppel wo vorher die Pferde standen. Ein Rudel Hunde folgt uns. Die
Belgier haben einen kleines weiss/braunes Hündchen „Jacco“ dabei, das wie
ein Karnickel entlanghoppelt.
Ein Gatter durch das wir passieren. Dann geht’s
im Trab vorbei an der Flussmündung zum Meer. Schöner Blick auf die Berge.
Nachfrage seitens José wie’s mir geht. Bueno… Also denn. Weiter geht’s im
Trab den Fluss entlang. Auf einmal verengt sich der Weg. Links eine kleine
felsige Anhöhe, auf die José seinen Fuchs treibt. Auf der anderen Seite geht
es in ca. 160 Grad Winkel runter. Ja, José geht da tatsächlich mit dem Fuchs
runter- und das Pferd hat sich – oh Wunder-keinen Fuss gebrochen!!
Ein paar Meter weiter sehen wir ein Flussdelta und eine alte ca. 50 Meter breite Brücke. Es kommt mir vor wie in Hollywood. Ist es das Adrenalin, die Aufregung die meine Sinne schärfen oder einfach diese urspünglich belassene Natur die mich so fasziniert?. Wohl alles zusammen.
Wir reiten im Schritt hintereinander. Das erste Pferd geht ohne Schrecken rein in den türkis-milchigen Fluss. Das zweite hinterher. Ich bin an 4. Stelle. Caesar der Fischer an erster Stelle geht mit seinem Pferd weiter und das Wasser reicht ihm plötzlich knapp unter den Sattel. Hoch die Beine bis hoch an den Mähnenkamm. Also los das gilt für alle. Alle bis auf den „Stämmigen“ waten durch den Fluss. Der Stämmige geht mit seinem recht kleinen Pferd über die baufällige Brücke. So gerne hätte ich den Foto dabei um dieses Bild festzuhalten. Der Türkis-milchige Fluss, die baufällige, alte fast schwarze Holzbrücke ohne Geländer und Überdachung, die Berge …wow..
Die Hunde schwimmen teils unter lautem Gejaule durch den Fluss, teils gehen sie mit über die Brücke.
Der Stämmige sitzt auf und wir reiten nun im Trab durch sumpfige Pampa. Recht und links von uns sind Bergketten, wir reiten in einem ca. 1.5 km breiten Tal das sich vor uns über die nächsten 15-20km. verengt. Wolken - Ganz weit hinten im Tal ist in den Bergen für kurze Zeit der Gletscher zu sehen. Was für ein Bild. Ich versuche alles einzusaugen. Ich komme mir wie im Traum vor. Ich wollte schon immer in USA mit den Cowboys reiten, bzw. seit vor 8 Jahren in Argentinien auch mal mit einem Gaucho. Voilà here I am, ich kann’s nicht glauben, einfach geil..
José fragt mich wie’s mir geht. Muy bien.. grins. Mit Annemarie unterhalte ich mich in Englisch. Sie erzählt mir von ihrem Leben auf dem Segelboot.
Der Trab wird schneller. Ich kann nicht mehr aussitzen. Es kommt mir vor wie eine 4. Gangart zwischen Trab und Galopp. Auf die „europäischen Hilfen“ springt der Gaul nicht an. Vor mir reitet Annemarie, wiederum vor ihr Marcel. Jacco der kleine Hund der Belgier bekommt voll eine von Annemaries Schimmel mit dem Hinterhuf gewischt. Lautes quietschen, den Hund wirbelt es herum – oh je ich dachte das war’s wohl… nein er springt weiter…
Auf einmal ist José hinter mir und zieht meiner Braunen eines mit dem Lederzügel über’s Hinterteil – endlich verfällt sie in Galopp. Er fragt mich wie’s geht. Ich rufe nur „Muchas gracias“.. er lacht und zieht Annemies Pferd ebenfalls eine über und alle galoppieren wir durch die Pampa. Welch ein Freiheitsgefühl !!. Wir galoppieren sicherlich 5 Minuten. Dann geht’s im Trab durch eine kleine Enge die mit Sand gefüllt ist und dann weiter im Galopp. Ich halte mich zur Sicherheit an der hölzernen Ausbuchtung des Sattels fest.
Meine Braune zieht ab. Ich überhole Annemarie und Marcel, der Gaucho hinter mir. Neben mir ist Caesar. Wie ein stolzer Spanier hält er seinen Hut mit der rechten Hand vor die Brust, die Zügel in der linken und den Blick gerade aus. Zusammen im Zweiergespann vorneweg reiten wir in einem schnellen aber super bequemen Galopp. Genial !!
Ein Rudel Wildpferde in Sicht !!! . Wir halten an. Kurze Pinkelpause.
Auf der offenen Fläche die ab und an mit Zäunen durchzogen ist (rechts der Fluss) galoppiert Caesar auf die ca.20 Wildpferde los, die Hunde hinterher. Er will sie wohl einfangen. Auf einmal steigt Caesar in hohem Bogen vom Pferd ab. Was ist los? Vermutlich ist sein Pferd ausgerutscht und er ist halb runter gesprungen. José galoppiert wie ein Wahnsinniger mit seinem Fuchs hinterher. Vorbei an Cesar - der seinem Pferd hinterher rennt - auf die Wildpferde zu. 6 scharfe Pfiffe, Hundegebell, die Pferde werden zusammengetrieben, durch einen 12 Meter breiten und 150 Meter langen „Schlauch“ der durch den Zaun begrenzt ist hindurchgejagt -- und rein in den Fluss. Im Fluss entlang dem Flussbett ca. 250 Meter weiter dann drehen sie urplötzlich wieder um, José immer mit wilder Geschrei hinterher. Den selben Weg zurück, nach dem „Schlauch“ unter Einsatz der Hunde werden die Wildpferde spiralförmig, in immer kleiner werdenden Kreisen zusammengetrieben - und stehen zuletzt lammfromm da.
Wow, das war wirklich genial. José der Gaucho versteht sein Handwerk perfekt
Marcel nimmt Jacco auf, da der alte Herr mit den kurzen Beinchen nicht mehr so gut mithalten kann. Wir begeben uns auf den Rückweg. Nochmals Galoppieren wir bis zum Fluss. Ich halte mich an der Halfterleine fest. Ich merke dass ich doch auf dem freien, sumpfigen und buschigen Gelände ein wenig Angst vor einem „Abstieg“ habe. Den Fluss durchwaten wir auf dem Pferd – Beine hoch -. Langsam wird es dunkel.
Auf dem Rückweg erzählten mir Marcel und Annemarie von ihrem letzten 3 tägigen Jagdausritt mit José. Wie er Kühe mit selbstgebastelten Patronen und einem Gewehr schiesst (Es gibt ca. 600 Wildpferde auf dem Areal –(18 davon sind beritten), das dem früheren Gründer der Klamottenmarke „Esprit“ gehört hatte. Der heutige Erbe kommt alle 2 Jahre vorbei. Ca. 500 wilde Kühe „torros“ sind auf dem Gelände die dezimiert werden müssen. José ist der einzige auf der Estancia. Er hatte mal 8 Angestellte, die den harten Job aber nach einen ½ Jahr wieder aufgaben). Zuvor als er noch kein Gewehr hatte hat er den torro mit dem Messer erlegt - nachdem er ihn zuvor von den Hunden hat müde gejagt und dann mit einem Lasso eingefangen und an einem Baum festgebunden hatte. Erlebnisse die ich fast nicht glauben konnte.
Es gibt wohl 2-3 Hütten in den Bergen. Morgen wollen Annemie, Marcel und José zu einem weitern 2-3 tägigen Jagdritt aufbrechen. Ich wäre soooo gerne dabei.
Annemie und Marcel meinten ich soll doch einfach das Flugzeug ein paar Tage später nehmen und mitgehen… wenn das so einfach wäre… die Arbeit…
Für Marcel (knapp 60) und Annemie ca. (+/- 40) ist das kein Problem. Sie Segeln seit 7 Jahren um die Welt. Er war Feuerwehrmann, Dachdecker, Barbesitzer mit bis zu 120 Std. Job pro Woche. Wurde dann krank und segelt seit 1988 mit Hund Jacco um die Welt. Annemarie (ehemals Kosmetikerin) stiess vor 8 Jahren zu ihm. Sie sind absolute Selbstversorger. Marcel kann sich nicht mehr vorstellen ein anderes Leben zu führen und will auch nie mehr in einem „festen“ Haus wohnen.
20.10h Langsam geht’s zurück nach Cta. Ferrari. Die Pferde merken dass es heimgeht. Wir werden von José zum Hühnchen eingeladen. Ich sitze mit den anderen in der nun gemütlich warmen Hütte. Nachts um 10.30h gibt es Hühnchen. Die Uhr zeigt 20.30h. Annemarie hat José ein Album mit Bildern des letzten Ausrittes geschenkt. Ich schaue es an und staune.. Ich bin müde, esse ein wenig Hühnchen, gebe den Rum als Gastgeschenk, spiele mit den Hunden und gebe José noch 20.000 chilenische Geldeinheiten. Gegen 23.15h. bringen mich die 2 Belgier mit ihrem Dingi an Bord. Vor lauter vergessen wir Jacco, den José uns noch nachträgt. An Bord werde ich „sehnsüchtig“ erwartet. Der etwas spitze Kommentar gepaart mit einem „mahnenden Blick“ von Margrit „Wir haben uns Sorgen gemacht, dass Du nicht zum Essen gekommen bist“ brachte mich innerlich auf die Palme… Oh wenn die wüsste, ich hätte für solch einen tollen Ritt und Abend noch zig Abendessen mit Dir ausfallen lassen!. Die Belgier sind noch eine ½ Std. an Bord und wir plaudern noch über dies und das. Bettruhe. Ich schlafe wie ein Stein. Am nächsten Tag meldet sich schon der Muskelkater im Kreuz und den Oberschenkeln. Wenigstens ein kleines Andenken. In Gedanken bin ich mit den Belgiern und dem Gaucho auf ihrem Jagdritt. Das Adrenalin ist immer noch im Körper.
19.03.2006
Morgens nach dem Frühstück Anker auf Richtung „Puerto Williams“.
Unter Segel (Großsegel) gehen wir unserem Ziel entgegen.
In Puerto Williams angekommen, gehen wir einkaufen. Wurst, Wein und Zigaretten.
Abends gibt es ein großes Käsefondue zur Freude von Ralph.
Wir bekommen Besuch von einem Kajak-Fahrer, der einen längeren Törn in der Antarktis hinter sich hat (ein Australier).
Nach dem Essen überreichen wir Henk nicht
unkommentiert unser Abschiedsgeschenk. Eine halb mit Reis gefüllte Flasche,
in der sich kleine Schiffchen aus Dollar- und Euro-Noten bewegten. Dazu verliest
Wolf einen Text, den wir zuvor zusammen entworfen haben. Er behandelt ironisch
unsere kleinen Schandtaten, die dem Skipper während der Reise vielleicht geärgert
haben.
Die Kneipe auf dem Rheindampfer macht leider doch nicht auf, so macht sich „Sarah“ auf den Weg zum letzten Ankerplatz.
Nach zwei Stunden erreichen wir ihn und legen uns vor Anker.
20.03.2006
Gegen 10:00 h laufen wir in Ushuaia ein.
Eine Geschichte noch zum Frühstück ist erwähnenswert: Der Skipper fragt, wer möchte Eier? Anja antwortet: „Ich“. Skipper: „Ein oder zwei? Anja: „Zwei“ - kurze Pause – und fügt hinzu: „aber hintereinander“.
Jaqueline und Tochter Marie-Sol kommen an Bord. Zum Abschluss wird noch einmal eine Sektflasche geköpft. Zuvor waren wir bei der chilenischen Marinekommandantur, bei der wir uns persönlich abmelden mussten.
Die Verabschiedung der Crew zieht sich hin. Anja wird von Henk nebst Frau und Kind zum Flughafen gebracht. Die Anderen fahren mit dem Taxi zu ihren Unterkünften. Ralph und Atze müssen erfahren, dass ihr Hotel ausgebucht ist. Ein Unfall einer Bergsteigerin brachte den Belegungsplan durcheinander. Wir werden ins Hotel „Capri“ weitergeleitet.
Den Rest des Tages gehen wir unserer liebsten Beschäftigung, der Pinguinjagd, nach, die erfolglos blieb.
Abends gegen 20:00 h treffen wir uns erschöpft zum Steak-Essen im „El Turko“ mit Ottfried, Margret und Wolf.
Während des Essens reflektieren wir noch einmal die gemachten Erfahrungen an Bord. Grandiose Landschaften, viel Glück mit dem Wetter, tolle Buchten und schöne Gletscher, Robben, Delphine und Albatrosse, gute Verpflegung, allerdings wenig Anleitung vom Skipper.
Schiff im überholungsbedürftigem Zustand.
Gegen 23:00 h verholen wir uns in die Koje.
21.03.2006
Heute machen wir uns auf die Reise Richtung Heimat.
Bevor wir mit dem Taxi Richtung Flughafen fahren, kaufen wir noch (Ralph und Atze) die silbernen Pinguine.
Am Flughafen treffen wir noch einmal Greg, Wolf und Margret, die mit uns nach „Buenos Aires“ fliegt.
Von dort aus fliegen Ralph und Atze über Madrid und Paris alleine weiter nach Hamburg.
Die Reise verlief erwartungsgemäß.
Gepäck konnten wir in Hamburg vollständig abholen.
Wir trafen Walter Ortmann, der uns mit seinem Auto nach Heiligenhafen brachte.
©Mit freundlicher Genehmigung von http://www.bennewitz.de/