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31.
Juli - 7. August 2004
NIMM
DEINEN EIGENEN WEG
- FOLGE
DEINEN STERNEN, UND LASS
DICH
NICHT VON DEINEM KURS ABBRINGEN
30.
Juli 2004 19h30
Nach
einem nervösen Tag meinerseits (keinen Schlaf nach Nachdienst) erlöst
mich Rudi von meinem langen Warten und wir fahren im vollgestopften
Auto unserem Törn entgegen. Ich glaube wir bleiben ewig fort,
zumindest dem Gepäck nach.
Bis
Maribor haben wir eine
relativ ruhige Fahrt, dort
aber Stau bis ca. Zagreb. Auf den Autobahnen lockert sich das ganze
etwas auf.
Rudi
ist gut drauf, und seine Ruhe strahlt auch auf mich etwas ab. Uns
geht es gut. Wir sind um 4h morgens in Split. Suchen nach Serengeti
und Toni. Zum Frühstück gibt’s von Toni Eier mit Speck und eine
Flasche Rotwein. Ich bin überwältigt und ich weiß
jetzt sicher, es wird ein schöner Törn, es wird mein Törn.
Endlich kann ich ein wenig schlafen. Ich genieße den Tag
mit Toni und Rudi und warte auf den Rest der Crew, die, wie
wir mittlerweile wissen, im Stau stecken. Ich hab mich, wie es
scheint (manche werden glauben, ich bin verrückt) in Serengeti
verliebt. Ich fühle mich voll geborgen und hab jegliche Angst
verloren. Es ist ein eigenartiges Gefühl, es ist so was von schön.
Wir warten und warten..... Sie kommen nach 14 Std. Fahrt endlich an.
Crew endlich komplett. Unser Törn kann beginnen.
Abendessen
in der Marina und dann endlich schlafen...
1.August
2004 - 1. Segeltag
Auslaufen
in Split um 11h45. Ziel: eine Bucht auf der Insel Drvenik.
Viele
Erklärungen, wie soll man sich das alles bloß merken, und dazu
noch diese ganzen Gefühle. Es ist unbeschreiblich, und nur schön
allein.
Genua
setzen, Schot hin Wintsch her, Achterleinen loslassen, anluven,
abfallen, Großsegel setzen, Kurs halten und so geht es den ganzen
Tag, es heißt immer nur ónzahn’. Na ja, so schlimm ist es auch
wieder nicht, unser Skipper erklärt super, macht alles mit Ruhe,
obwohl er an diesem Tag sehr nervös ist (hat aber auch allen Grund
bei dieser Crew).
Es
ist einfach toll, irgendwann werden alle etwas lockerer, auch Gabi.
Einlaufen
in eine liebliche Bucht. Hier bleiben wir die Nacht liegen. Alle
gehen schwimmen, ich auch, sofern man das als schwimmen einordnen
kann. Die Schwimmweste ist ein Hit, zuerst tauchst du unter, dann
erstickst fast. Rudi, willst du mich los werden? Zweiter Anlauf: mit
Seil- oh Gott hab ich eine verrückte Angst. Das kann ja nichts
werden. Eine Runde mit Müh und Not ums Boot und aus. Schlotter....
Aber ich werde nicht aufgeben, ich werde es mir und den anderen
beweisen.
Abendessen
an Boot zubereitet von uns Mädels: Nudel mit allem drum und dran,
Salat und Rotwein bis ich sage: halt! (Kellermeister) Angst
vergessen, alles okay. Schlafen an Deck....ein Traum.
2.
August - 2. Segeltag, oder auch nicht!
Auslaufen
um 10h.Wir steuern die Insel Zirje an.
Der
Wind heute nicht auf unserer Seite. Wir sind schon von gestern verwöhnt.
Schippern 5Std. mehr oder weniger mit Motor. Auch schön, aber der
Segelvirus hat mich erfasst und den Rest der Crew auch. Ein Wahnsinn,
obwohl wir noch nichts können, haben alle Sehnsucht nach dem, wie`s
gestern war. Aber das ist wohl segeln. Wenn mich meine Familie sehen könnte,
mit dieser Freude am Ruder, sie würden glauben, ich spinne.
Angst
vorm Wasser, aber auf der SERENGETI – Spaß pur, aber Respekt.
Einlaufen
um 15h30 in eine wunderschöne kitschige Bucht (Mali Stupica). Rudi,
du machst mich fertig, ich könnte heulen so schön ist es hier.
Abendessen:
Spaghetti, Gurkensalat von uns Mädels. Für den Abwasch ab nun
verantwortlich die Jungs (Mary Ann u. John Boy). „Nachant“ läuft
der Schmäh, „oft geht wos weiter“.
Nach
meiner Aussage kommt auch hier der Rasenmäher vorbei (Motorbooterl).
Die
Sprüche der Jungs beim Abwaschen haben es auch in sich. Sie
brauchen eine Flex für`n Nudelhäfen, weil er so angebrannt ist.
Rudi verhüllt sich hinter seinem Buch, bevor er auch noch
eingeteilt wird. Hannes: „Die Teller miaßt’s morgen
kontrollieren, ich übernehm’ da keine Haftung.“ Robert: „Jetz
miaß ma oba amoi Schwitz owischn.“
Gabis
Aussage am Ruder: „Aa, holt di o, 13 Meter und 5 Monn unter meiner
Führung!“
Rudi
schnarcht, Hannes meint: „Muaß a guata Wind sei, wia der do
segelt.“
Die
Jungs entwickeln richtig Spaß
beim Abwasch. Und die Grillen zirpen.
3.
August: Wind 0
Am
Morgen ist meine Stunde gekommen, ich hole mit Petra die Landleine
ein.
Ich
bin stolz auf mich, vielleicht kann ich von meiner Angst noch etwas
abbauen.
Schwimmen
ist ja noch ein Hilfsausdruck, aber das krieg ich bis zum nächsten
Törn noch in die Reihe.
Ich
am Ruder, der Rest der Crew beim Karten spielen. Allein das wäre
einen Roman wert, was da alles so von sich gegeben wird. Das
Schimpfwörterregister wird hier durchgeprobt.
Papa
Schlumpf, wie unser Skipper jetzt heißt, findet natürlich zu
Mittag wieder eine Super-Bucht, Mittagspause: Nudelsalat à la Petra
und Gabi. Ausgezeichnet. Und der Schmäh läuft auf Hochtouren. Papa
Schlumpf macht seine Erfahrungen beim Karten spielen. Erst gewinnen,
dann verlieren.
Es wird immer kitschiger, immer schöner. Rudi, ich könnte
dich umarmen dafür.
Opat,
unser nächstes Ziel, Ankunft 17h.
Mit
einigen kleinen Manövern, schön langsam finden wir auch in die
Segelregeln hinein.
Manöverschluck,
Sundowner, das sind Dinge, die wir uns auch noch merken können.
Aber wir bemühen uns sehr, uns alles zu merken, was Papa Schlumpf
uns sagt.
Opat,
eine kleine liebliche Bucht. Sieht fast
so aus wie ein Bergsee. Rundherum Fels, eher unbewachsen,
vier Häuser, davon zwei Gasthäuser.
Wunderschön,
ich bin natürlich schon wieder leicht fertig, was hab ich vorher
gewusst von Schönheit irgendwo.
Wäre
schade gewesen, wenn ich mich davon hätte abbringen lassen.
Die
Crew ist wieder mal am Karten spielen, Robert am lesen, ich am
schreiben, soll’s uns schlecht gehen, wenn es kann!
Mit
Dingi zum Abendessen zu Matteo. Unglaublich: Fisch, Scampi, Calamare,
Rotwein. Ein Traum das ganze Essen, gegrillt mit viel Knoblauch. Das
hätte ich früher nie im Leben gekostet. Ich glaube, ich bin ein
neuer Mensch.
Nacht
wieder an Deck, unauffällig und manöverfrei.
Es
ist ein besonderes Erlebnis, an Deck, unter freiem Himmel zu
schlafen.
Ich
möchte am liebsten für immer so leben.
Schön
langsam gehen meine Gefühle mit mir in eine Richtung, die mir fremd
sind, aber wunderschön. Die Zeit vergeht uns allen zu schnell. Alle
fühlen sich hier wohl, es gibt keinen Streit, jeder macht gerade
das, was zu tun ist. Es
ist nicht notwendig, irgendwelche Einteilungen zu machen, alle
packen an.
4.
August: Opat – Tribunj
Irgendwie
haben wir Pech, Genua auf - zu, Großsegel auf - ab. Gewitter gerade
noch davon gefahren, aber genug Aufregung für uns, wir merken, uns
fehlt viel Wissen. Na ja, Papa Schlumpf macht was mit diese Woche
mit uns. Er wird`s überleben.
In
Tribuny freuen sich alle schon auf`s duschen, ist schon wieder ein
gutes Gefühl. Am Abend Karten spielen, kochen - Kartoffelpizza,
Wein – voll guat. Karten schreiben, dichten:
Das
Segeln macht uns sehr viel Spaß,
jeden
Tag der gleiche Schaas.
Am
Mast, da tanzen die Puppen,
die
Crew hat jeden Tag a Klupp’n.
Unser
Skipper, da Rudi, is’ a Schinda,
oba
mocht nix, mia foahr’n eh am Wochend hinta.
Abend
recht lustig, ein Manöver nach dem anderen. Feuerwerk - konn ma
lossn.
5.
August, Tribunj – Skradin
Leider
wieder wenig Wind, segeln aber mit Genua möglich, ich am Ruder.
Voll geil die G’schicht, 9 Seemeilen, 4 Std. Ich bin voll happy,
das taugt mir immer mehr, viel Verkehr. Ein besonderer Reiz: den
Kanal hinein nach Skradin - ein Traum.
Ankunft
14h30, ich freiwillig ins Wasser, toll, ich schwimme zwar nur kleine
Runden, aber fast angstfrei. Ich könnte alle abschmusen vor Freude.
Petra
kocht Nudeln mit Gorgonzolasauce. Vielleicht gibt es noch mal
ausgezeichnete Palatschinken von Rudi? Ja freilich, macht er doch
gern für uns.
Die
Jungs sind voll überarbeitet mit Abwasch: so arm, oba so wos von
arm! Aber sie können es schon perfekt. Schlafen wie die ganze Woche:
an Deck.
6.
August, Skradin - Marina Kremik
„Guten
morgen John Boy, guten morgen Mary Ann, guten morgen Petra, guten
morgen Gabi, guten morgen Christine. Habt ihr gut geschlafen?“ -
„Ja, Papa Schlumpf.“
Vormittag-
Krka Wasserfälle. So viel Schönheit auf einem Platz tut schon fast
weh. Einfach traumhaft schön.
Nach
hervorragendem Mittagessen von Rudi (Speck, Salami u. vieles mehr)
segeln wir leider unserem Törnende entgegen. Die Stimmung wird schön
langsam, ja ich möchte sagen, schlimm (ist aber vielleicht nur mir
so zumute).
Primosten
in Sicht, wunderschön.
Abendessen
in Primosten. Ich nehm’ mir ein Schiff mit nach Hause (Tattoo).
Alles super, alle erholt.
Aber
dann kommt noch der große Renner: Palatschinken-Wettessen mit Rudi.
22
Stk. Palatschinken: Hannes 7, Robert 5, Rudi 4, Petra 2.5, Gabi 2.5,
Christine 1. Der Schmäh rennt auf Hochtouren, ich komm gar nicht
mehr zum mitschreiben, außerdem bin ich gewaltig traurig. Tausend
Gedanken!!!
7.
August Ende – Aus
Neue
Crew begrüßt uns um 6h.
Neuer
Törn, neues Leben, Christine nimm’ Abschied, aber schnell.
Tschau
Serengeti, du warst super. Danke Rudi, dass du mit uns diesen Törn
gefahren bist; es war mein schönster Urlaub. Zum Schluss noch danke
an Toni, er hat uns das alles ermöglicht.
     
B-lutjunge
St-einalte
R-einsteiger
B-esegeln
D-ie
K-ornaten
Split
- Kornaten - Skradin/Krka-Wasserfälle - PRIMOSTEN - im August 2004
Christine
Kneissl, September
2004
Spielberg,
Steiermark
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